MATINEE
an der Kulturbühne AMBACH
19. Juni 2011, 11.00 Uhr
Programm:
 
   Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) 
Sinfonie für Streichorchester Nr.1 C-Dur
  Allegro
  Andante  
  Allegro
 
   Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) 
Konzert für Klavier und Streichorchester a-Moll
  Allegro    
  Adagio    
  Allegro ma non troppo
 
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)
Sinfonie für Streichorchester Nr.10 h-Moll
  Adagio - Allegro
 
 
 
Solist: Yunus Emre Kaya, Klavier
Dirigent: Jürgen Natter
 
 

Felix der Glückliche – Musik aus der Jugend eines „Wunderkindes“

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) entstammte einer angesehenen und wohlhabenden Hamburger Bankiersfamilie, in deren Heim Musiker und Künstler stets zu Gast waren. Es wurde der Brauch gepflegt, jeden Sonntagmorgen musikalische Aufführungen mit kleinen Ensembles zu veranstalten. Felix leitete bald diese Orchester und komponierte auch für diese Anlässe, nach dem Umzug in ein „größeres“ Haus nach Berlin konnten diesen sonntäglichen Konzerten gar mehrere hundert Gäste beiwohnen! Im Publikum waren Philosophen und Wissenschaftler wie Hegel oder Humboldt zu finden, ebenso wurden bereits im Kindes- und Jugendalter Bekanntschaften und Kontakte zu Goethe, Weber, Spohr, Rossini, Meyerbeer, Paganini ermöglicht.

Dem jungen Talent wurden so unvergleichliche Entfaltungsmöglichkeiten geboten, auch wirtschaftliche Sorgen blieben ihm zeitlebens erspart. Neben Klavier- Kompositions- und Violinunterricht, wurde ebenso auf eine umfassende Allgemeinbildung (Literatur, Philosophie, Geschichte, Fremdsprachen) Wert gelegt, sodass Mendelssohn zu einem der gebildetsten Musiker seiner Zeit werden konnte. Als Zehnjähriger konnte er bereits auf über 60 Kompositionen verweisen und beeindruckte mit enormen Blattspielfähigkeiten, was ihm den Vergleich mit Wolfgang Amadeus Mozart und die Bezeichnung „Wunderkind“ einbrachte.

Seine 12 Streichersinfonien entstanden im Alter von 12-14 Jahren, welche - auch im Zusammenhang mit den „Sonntagsmusiken“ im Elternhaus – von Mendelssohn als kompositorische „Übungsstücke“ verstanden wurden, so einfallsreich und phantasievoll sie auch geschrieben sind. Seine 1. Sinfonie in C-Dur (1821) folgt seinen damaligen klassischen Vorbildern Haydn und Mozart und scheint noch recht konventionell, dagegen zeigt die Sinfonie Nr.10 (1822) schon eine eigene, romantischere, differenziertere Tonsprache mit ernstem Adagio als Einleitung und melodisch kontrastreichem, rhythmischem, immer turbulenter werdenden jugendlich-übermütigem Allegro.

Das virtuose Konzert für Klavier und Streicher a-Moll ist während der Arbeit an den Streichersinfonien entstanden. Auch hier wird hörbar, wie ein Dreizehnjähriger das Erbe von Haydn bis Beethoven zu verarbeiten, zu ordnen und weiterzuführen versucht - und wie gut er Klavierspielen konnte.

Der Orchesterverein Götzis lädt Sie zu diesem erlebnisreichen und spannenden Konzert ganz herzlich ein!

                                                                                                                  Markus Ellensohn