KONZERT
ALTE KIRCHE GÖTZIS

 

 

Fr. 8. Dez. 2017, 17.00 Uhr
Mariä Empfängnis

 

Johannes Schwendinger - Bass
Dominik Neunteufel - Kontrabass

 

Leitung:
Markus Ellensohn
 

 

Freiwillige Spenden

 
PROGRAMM
 
Johann Christian Bach (1735-1782)
Ouverture D-Dur op.3 Nr.1
 
Allegro con spirito
Andante
Presto
 
Johann Baptist Vanhal (1739-1813)
Konzert für Kontrabass und Orchester D-Dur
 
Allegro moderato
Adagio
Finale: Allegro
 
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Konzertarie „Alcandro, lo confesso“ für Bass und Orchester
 
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Konzertarie „Per questa bella mano“ für Bass, Kontrabass und Orchester
         

 

 

Dieses Konzert des Orchestervereines Götzis  ist geprägt von Musik aus der klassischen Epoche und „tiefen Tönen“, ganz nach dem Motto:

                                                   „Bass²

Zu Beginn bringt der Orchesterverein eine Ouverture von Johann Christian Bach zu Gehör. Johann Christian ist der jüngste Sohn des Joh. Seb. Bach. Er galt als der „Lieblingssohn“ und erbte alle Klaviere seines Vaters. Durch formschöne Sinfonien und Ouverturen erlangte er Bekanntheit und gilt mit seinen „singenden Allegri“ als Wegbereiter für die klassische Sinfonie.

In der Regel schrieben Komponisten in dieser Zeit meist für konkrete Anlässe. Mäzene bestellten einzelne Stücke, Fürsten Opern für ihre Hoftheater, Sänger ließen sich Arien schreiben, Musiker Solokonzerte mit denen sie ihre Virtuosität präsentieren konnten. So entstanden die Solowerke des heutigen Konzertes.

Vanhal, der Sohn eines böhmischen Bauern, verdiente seinen Lebensunterhalt als freischaffender Komponist und Musiklehrer in Wien und wurde von seinen Zeitgenossen hoch geschätzt. Sein Kontrabasskonzert gilt neben den Konzerten von Dittersdorf und Hoffmeister als beliebtes Standardwerk der klassischen Kontrabassliteratur und wird bei Probespielen und Musikwettbewerben oft als Pflichtstück verlangt.

Die Arie „Alcandro, lo confesso“ gibt ein wenig Auskunft über die Kreativität Mozarts. Den Text hatte er schon 1778 in einer Arie für die Sopranistin Aloysia Weber verwendet. Nun vertonte er ihn fast zehn Jahre später als dramatische Bassarie, für Karl Ludwig Fischer. Kurz zuvor war der Sänger aus dem Wiener Ensemble entlassen worden und brauchte nun wohl Paradestücke, mit denen er sich bei Konzerten profilieren und neuen Auftraggebern empfehlen konnte.

Die in Mozarts letztem Lebensjahr entstandene Bassarie "Per questa bella mano" mit "obligatem Kontrabass" wurde für den Sänger Franz Gerl, der wenig später den Sarastro in der Uraufführung der Zauberflöte singen sollte, und den Kontrabassisten Friedrich Pischlberger, ein seinerzeit berühmter Kontrabassist und Orchestermusiker des "Wiener Freihaustheaters", geschrieben. Dabei ist der Titel "mit obligatem Kontrabass" etwas irreführend, handelt es sich doch um ein höchst virtuoses Paradestück für jeden Kontrabasssisten.

                                                                                                                     Markus Ellensohn