KONZERT
ALTE KIRCHE GÖTZIS

 

 

Do. 8. Dez. 2016, 17.00 Uhr
Mariä Empfängnis
 
Orchesterbesetzung
 
 
 
Solistin:
Julia Scheier - Harfe
 
 
Leitung:
Markus Ellensohn

 

Freiwillige Spenden

 
PROGRAMM
 
TOMASO ALBINONI (1671-1751)
Symphonie G-Dur
  Allegro
  Adagio
  Allegro
 
 
CARL DITTERS VON DITTERSDORF  (1739-1799)
Harfenkonzert A-Dur
  Allegro
  Larghetto
  Rondo: Allegro
 
                                
JOHANN BAPTIST VANHAL (1739-1813)
Symphonie in B-Dur
  Allegro                                          
  Adagio                                       
  Menuett und Trio                                        
  Allegro  
  

 

 

                            
 

Julia Scheier - Harfe

Studium am Vorarlberger Landeskonservatorium (Bachelor) und am Mozarteum Salzburg (Master) jeweils mit Auszeichnung. 1. Preis und "Sonderpreis der Jury" bei dem für alle Instrumente zugänglichen Wettbewerb "Interpretation Neuer Musik" 2010 in Salzburg.

Weiterbildung in Alter Musik und dem Spiel der dreireihigen Barockharfe an der Schola Cantorum Basel. Meisterkurse bei Isabelle Perrin, Erika Waardenburg, Skaila Kanga, Naoko Yoshino u.a.

Unterrichtstätigkeit an der Musikschule tonart Mittleres Rheintal und an der Rheintalischen Musikschule Lustenau.

Solo-CD "The Crown of Ariadne" mit Werken von Gabriel Fauré, Domenico Scarlatti, Jacques de la Presle, R. Murray Schafer.

 

Tomaso Albinoni (1671-1751), als Sohn eines wohlhabenden venezianischen Papierwaren- Spielkartenherstellers geboren, erlernte zunächst den Beruf seines Vaters, übernahm als ältester Sohn auch die Firma und war nur nebenberuflich als Komponist tätig. Er bezeichnete sich selbst als „dilettante veneto“. Erst nach Bankrott seiner Firma musste er als Musiker seinen Lebensunterhalt verdienen und war vor allem als Opernkomponist erfolgreich. Albinonis Instrumentalwerke, darunter 9 Sinfonien, zeigen seinen melodischen Erfindungsreichtum, die Liebe zu Kontrapunkt und Fuge und auch eine gewisse Neigung für Wiederholungen von einmal liebgewonnenen Einfällen.

Der Wiener Karl Ditters von Dittersdorf (1739-1799) wurde als Sohn eines Stickereifabrikanten geboren. Er war in seinen Jugendjahren als Violinvirtuose höchst erfolgreich und schon im Alter von zwölf Jahren wurde er in der Hofmusikkapelle engagiert. Später arbeitete er als Kapellmeister und nach Auflösung seines Orchesters als Forstmeister. Im Jahre 1773 wurde er vom Kaiser geadelt und zum „Amtshauptmann in Freiwaldau“ ernannt. Seine Liebe zur Kammermusik entstand angeblich an einem ganz besonderen Quartettabend in Wien mit legendärer Besetzung, wie der englische Tenor Michael Kelly (1762-1826) berichtet: „1. Violine: Haydn, 2. Violine: Baron Dittersdorf, Viola: Mozart, Violoncello: Vanhal“. Den regen Gedankenaustausch hätte man wohl gerne miterlebt. Dass die Werke von Dittersdorf stilistisch von Haydn und Mozart beeinflusst sind, erklärt sich so gesehen von selbst. Zu Lebzeiten galt Dittersdorf als einer der „Hauptkonkurrenten“ von Mozart.

Das Harfenkonzert in A-Dur wurde von Dittersdorf ursprünglich als Cembalokonzert komponiert. Der österreichische Pianist und Komponist Karl Hermann Pillney (1896 - 1980) bearbeitete dieses Werk für Harfe. Pillney war die Herausgabe und Bearbeitung alter Musik ein ganz besonderes Anliegen. Der Umstand, dass sein Vater Harfenist war, trug sicher auch dazu bei, die Harfenliteratur um ein Konzert zu erweitern.

 

 

 

 Johann Baptist Vanhal (1739-1813) wird als Sohn leibeigener Bauern in Böhmen geboren. Sein „Schulmeister“ erkennt die Begabung des Jungen. Mit 17 Jahren ist Vanhal schon als Organist und Chorleiter tätig. Die Grundherrin schickt den

20-jährigen zur Ausbildung nach Wien, zu dieser Zeit „das Mekka der Musik“. Er wird Schüler von Dittersdorf und erwirbt sich rasch in Kreisen des Adels und des gehobenen Bürgertums hohes Ansehen als Geiger, Komponist und Lehrer. Mit dem verdienten Geld kauft er sich von der Leibeigenschaft los und lebt fortan als freier Komponist. Sein Werkverzeichnis ist riesig. Zu seinen über 1300 Kompositionen zählen u.a. 73 Sinfonien, 60 Solokonzerte, 56 Streichquartette, 108 Trios, 58 Messen. Zu seiner Zeit waren seine Sinfonien neben jenen von Joseph Haydn sehr beliebt. Manche Werke von Vanhal wurden fälschlicher Weise Haydn zugeschrieben, was wohl auch als Kompliment und Qualitätsbestätigung verstanden werden kann.

 Die Sinfonie in Es-Dur nimmt in Vanhals Werk eine ganz besondere Stellung ein. Rein formal weichen alle vier Sätze von der üblichen Sonatenhauptsatzform ab. Zudem weist der Titel des letzten Satzes „La Tempesta“ („Das Gewitter“) auf die musikalische Darstellung eines Sturmes hin. Die Sturm-Figur in Form von aufsteigenden Sechzehnteln ist auch in den anderen drei Sätzen vorhanden, was darauf schließen lässt, dass das ganze Werk eine Art „Thema“ haben soll, eine Art programmatische Intention, etwa die Beschreibung von Jahreszeiten oder Naturschauspielen.

 

Hören Sie selbst!

                                                            Markus Ellensohn